Marko Wolf bezwingt 100 Kilometer beim Thüringer Ultralauf


Läufer der LG Harlingerland versucht sich in seiner alten Heimat erstmals an dieser Distanz

Fröttstädt/Thüringen – Auf seiner Facebook Seite findet man den Spruch „Wenn ich schon nicht schneller laufen kann, dann laufe ich eben länger!“ Dieses hat Marko Wolf jetzt eindrucksvoll bewiesen. Der Läufer der LG Harlingerland nahm am Thüringer Ultralauf in Fröttstedt teil. Der „12. thüringen ULTRA“ ist ein Ultralauf auf einem anspruchsvollen 100 Kilometer Rundkurs mit über 2150 Höhenmetern. Er überquert 2 mal den Rennsteig und verläuft auf landschaftlich reizvollen Feld-, Wald- und Wiesenwegen. Gleich 16 Verpflegungspunkte sorgen für den notwendigen Energienachschub. In der Vorbereitung verliefen mehrere Marathons in Aurich, Hannover, Hamburg und Dunum bereits vielversprechend und von der Zeit her besser als erwartet. Verschiedene 6 Stundenläufe wurden in Angriff genommen. Auch kleinere gesundheitliche Rückschläge waren schnell wieder verarbeitet. Das Training bestand überwiegend aus längeren Läufen, reines zermürbendes  stundenlanges Kilometerfressen wie die Ultraläufer sagen, Ausdauer ist halt alles auf diesen Distanzen. Bereits morgens um 2 Uhr in Gotha begann der Tag mit der Vorbereitung, nochmals die Nudelsuppe von der Mutter gegessen, Kalorienaufnahme in Form von Kohlenhydraten eine unbedingte Notwendigkeit auf solchen Distanzen. In Fröttstädt angekommen wurde Kleidung zum Wechseln an festgelegten Punkten deponiert und alles für den Start vorbereitet. Punkt 4 Uhr in der Dunkelheit bei 8 Grad Temperatur ging es auf die Strecke. Auch im Training begann oft um diese frühe Uhrzeit sein Morgenlauf auf der heimischen Trainingsstrecke. Stets an seiner Seite begleitend dabei Husky Dame Holly. An den Wochenenden begleiten Ehefrau und Kind ihn des öfteren auf dem Rad kilometerlang, das sind dann die Familienausflüge eines Ultraläufers. Die ersten 15 Kilometer verliefen noch recht flach, bis es dann zu den Anstiegen hinauf auf die Höhenmeter ging. Nach 2,5 Stunden war der Halbmarathon geschafft, kurz darauf wurde die Kleidung gewechselt, Mütze weg und leichteres Shirt waren jetzt angebracht. Bis Kilometer 54 lief es schonmal ohne Probleme für den Akelsbarger, die Zeit verflog förmlich in der traumhaft schönen Thüringer Landschaft. Von einer Verpflegungsstelle zu anderen wurden im Kopf erfolgreich einzelne Etappenziele bewältigt. Die nächsten anstrengenden Kilometer verliefen nur noch Bergauf, Die Bergabpassagen ebenfalls immer nur auf kleinen schmalen Waldwegen von Wurzeln gesäumt, die volle Konzentration war stets gefordert. Danach ging es aber umso härter über Wiesen und Felder weiter mit viel Sonne und wenig Schatten. Bei Kilometer 76 die ersten Zweifel „Schaffst du das überhaupt?“, die Erschöpfung und ein großer Hunger machte sich plötzlich bemerkbar- kein gutes Zeichen, der berüchtigte Hungerast drohte, bei dem anschließend meist nichts mehr geht. Nach drei Salamibroten und alkoholfreis Bier waren Speicher und Isotonen wieder halbwegs vorhanden und weiter ging es. Bei Kilometer 80 in Tarbarz dann endlich wieder Internetempfang, die WhattsApp Gruppe „100 KM Abenteuer“ mit Freunden und Familie platzte „Wo bist Du? „Wie geht es Dir?“, sendete motivierend Mut zu, zwischendurch konnte der Ultraläufer Fotos von den Meldepunkten posten mit der jeweils erreichten Kilometerangabe. Mitnahme von Handy ist Pflicht, um bei Aufgabe oder Verlaufen sofort den Veranstalter informieren zu können. Die Strecke war aber optimal ausgeschildert, viele Helfer leisteten an der Strecke und den Verpflegungsstationen eine hervorragende Arbeit. Dann plötzlich bei dem legendären 95 Kilometer mitten im Nix, laute Musik- jeder Läufer wird persönlich mit seinem Namen begrüßt. Gänsehaut pur macht sich breit, das nur noch 5 Kilometer entfernte Ziel förmlich zum greifen nah. Langsam macht sich Erleichterung breit, jetzt war ihm endgültig klar das Ziel zu erreichen. Nach genau 100,22 Kilometern und langen 13:19:04 Stunden der Einlauf in das Ziel von Fröttstädt (97. Platz in der Gesamtwertung 15. Platz der Altersklasse M40).

 

Quellen: ZGO Ostfriesische Nachrichten | ZGO Ostfriesische Zeitung